Wie funktioniert eine Laserpistole / Lasermessung der Polizei?

Die Lasermessung, ähnlich wie Radar, durch Reflexion. Jedoch mit entscheidenden Unterschieden: Hier am Beispiel einer Laserpistole erklärt. Sie nähern sich mit Ihrem Fahrzeug einer mobilen Geschwindigkeitskontrolle durch Beamte, die mit einer Laserpistole am Straßenrand stehen. Diese sehen Ihr Fahrzeug und entscheiden sich dafür, es anzuvisieren (es ist natürlich genauso möglich, dass Sie zB. auf einer mehrspurigen Straße gar nicht anvisiert und in Folge auch nicht gemessen werden, die Laserpistole kann immer nur ein Fahrzeug gleichzeitig erfassen). Wird nun Ihr Fahrzeug anvisiert, richtet der Beamte die Laserpistole auf Ihr Auto, im Regelfall auf das Kennzeichen, da dieses am besten reflektiert, und "drückt ab".
Erst in diesem Moment sendet die Laserpistole tatsächlich Lichtwellen (für das menschliche Auge unsichtbar) aus. Diese sind in einem Sekundenbruchteil bei Ihnen angelangt, werden reflektiert und wieder von der Laserpistole aufgenommen.

Nehmen wir nun zur Erklärung an, dass die Laserpistole im Rahmen einer Geschwindigkeitsmessung 5 Lichtimpulse aussendet, all das geschieht wie bereits gesagt im Bruchteil einer Sekunde. Nun sind Sie angenommen noch 200 Meter vom Messpunkt entfernt, also benötigt der erste Lichtimpuls die Zeit x, um Ihr Auto zu erreichen, reflektiert zu werden und wieder zum Ausgangspunkt zu kommen. Kurze Zeit später folgt der nächste Impuls, zu diesem Zeitpunkt sind Sie nur noch 190 Meter vom Messpunkt entfernt, daher wird es nun nicht mehr die Zeit x dauern, bis der Impuls reflektiert und wieder aufgefangen wurde, sondern etwas weniger als x - Schließlich muss das Licht eine kürzere Strecke zurücklegen und braucht daher weniger Zeit. Das selbe Spiel wird mit dem 3., 4. und 5. Impuls wiederholt, aus der durchschnittlichen Differenz zwischen den Laufzeiten der Lichtwellen kann Ihre Geschwindigkeit berechnet werden.


Radarwarner Festeinbau

Die soeben erklärte Methode wird als LIDAR-Verfahren bezeichnet. Dies steht für "Light Distance And Ranging". Das Licht einer Laserpistole verwendet Wellenlängen nahe am Infrarot-Bereich, meist 904nm. Die Streuung des Lichts der Laserpistole ist dabei extrem gering, der Streuwinkel beträgt (je nach Gerät) 2-5 Milliradiant. In Mitteleuropa, besonders in Österreich, wird fast ausschließlich die Laserpistole "TruSpeed" vom Hersteller LTI eingesetzt. Diese ist eines der genauesten Geräte am Markt (und daher auch der härteste Gegner für jeden Laserblocker), die Eckdaten dieses Modells sind:
- Streuwinkel: 2.5 Milliradiant
- Wellenlänge: 905 nm
- Dauer der Messung: 0,33 Sekunden
- Maximal messbare Geschwindigkeit: 320 km/h
- Genauigkeit der Messung: ± 2 km/h
- Mindestabstand zum gemessenen Fahrzeug: 15m / 60m bei Schlechtwetter
- Maximale Entfernung zum gemessenen Fahrzeug: 1220m
- Betriebstemperatur: -30 bis +60 Grad Celsius

Umrechner für Einheiten aller Arten

Warum sind die technischen Daten der Laserpistolen, insbesondere der LTI Truspeed wichtig? Nun, zum einen können sie als Grundlage eines möglichen Einspruchs gegen eine Strafe sein. Zum anderen ist aber gerade auch das Verständnis über die Funktionsweise einer Laserpistole wichtig, um sich effektiv schützen zu können. So ist beispielsweise der geringe Streuradius der Grund dafür, dass sämtliche mobilen Radarwarner so gut wie nie auch als Laserblocker funktionieren können - Auch, wenn die Hersteller das gerne behaupten. Der Grund dafür ist einfach, denn bei einer Messung zielen Beamte mit dem Lichtkegel auf das Kennzeichen des jeweiligen Fahrzeugs. Da der geringe Streuradius selbst auf 200 Meter Entfernung nur zu einem Durchmesser von 60cm des Laser-Strahls führt, kann ein hinter der Frontscheibe montiertes Gerät die Strahlen gar nicht erkennen, weil diese nur in der unmittelbaren Umgebung des Kennzeichens auftreffen.


Wie funktioniert ein Laserblocker?

Da die Laserstrahlen bei einer Lasermessung im Gegensatz zu einer Radarmessung jedoch nicht dauerhaft ausgesendet werden, können Sie diese nicht vorher erkennen und abbremsen. In dem Moment, indem Sie die Warnung über die erkannte Lasermessung registrieren würden, wäre das Ergebnis längst schon berechnet - Dies dauert nur etwa 0,3 bis 0,5 Sekunden. Daher senden Ihre Laserblocker sofort, nachdem der erste Lichtimpuls erkannt wurde, eigene Impulse aus. Das Muster dieser selbst ausgesendeten Strahlen ist maßgeblich mitentscheidend für Erfolg oder Misserfolg des Abblockens der Laserpistole. Im wesentlichen gibt es zwei Verfahren.


Veraltet: Brute Force

Hier sendet der Laserstörer einfach so viele eigene Impulse aus, wie er nur kann. Das Ziel dabei ist nicht, die Laserpistole zu "verwirren", sondern sie schlichtweg mit so vielen Impulsen zu beschießen, dass die Reflexionen Ihrer eigenen Impulse in diesem Chaos nicht mehr finden bzw. erkennen kann. Das Brute Force Verfahren wird heute nicht mehr angewendet, da es von modernen Laserpistolen sofort erkannt wird, dem Polizisten wird in Folge dessen umgehend angezeigt, dass Sie soeben einen Laserjammer verwendet haben.
Das Brute Force-Verfahren wird im nebenstehenden Video sehr anschaulich erklärt.


Aktuell: Look-Up Table

Bei diesem Verfahren misst der Laserblocker die Zeit zwischen den Impulsen der Laserpistole und kann so aus einer Tabelle mit gespeicherten Werten gängiger Messgeräte ermitteln, welches hier gerade verwendet wird. Anschließend beginnt der Laserblocker, seine eigenen Impulse zum Stören auszusenden. Diese kommen dann zu unerwarteten / nicht plausiblen Zeitpunkten beim Messgerät an und täuschen der Laserpistole damit falsche Entfernungen vor: So ist Ihr Auto scheinbar beim ersten Impuls 200m, beim zweiten Impuls 150m, beim dritten Impuls 180m, beim vierten Impuls 170m und beim fünften Impuls wieder 190m entfernt. Das macht natürlich keinen Sinn - Weiß auch das Messgerät und kann daher keine Geschwindigkeit ermitteln.
Das Look-Up Table Verfahren wird im nebenstehenden Video sehr anschaulich erklärt.


Was sieht der Polizist, wenn ich einen Laserblocker verwende?

Vorausgesetzt, dass moderne Laserblocker mit dem Look-Up Table Verfahren verwendet werden, sieht auf der Laserpistole alles normal aus, es erscheint lediglich auch nach längerer Zeit kein Ergebnis - Quasi so, als hätte der Polizist nicht Ihr Auto, sondern versehentlich das Verkehrsschilf neben Ihnen zu messen versucht. Natürlich fällt das bei mehreren fehlgeschlagenen Versuchen hintereinander irgendwann doch auf, deshalb lassen die meisten Systeme nach 4-5 Sekunden eine Messung zu und beenden die Laser-Störung.
Wird hingegen ein veraltetes System eingesetzt, welches das Brute Force Verfahren nutzt, ist die Wahrscheinlichkeit bei fast allen Modellen von Laserpistolen sehr hoch, dass der Polizist einen Fehlercode auf seinem Display zu sehen bekommt, der ihm direkt verrät, dass hier ein Laserblocker im Spiel war.

Wenn jedoch alles funktioniert und der Laserblocker seinen Job verrichtet, sieht das für den Polizisten durch die bei uns verwendete Laserpistole dann so aus:




Wichtig zu verstehen: Eine Lasermessung kann gestört, aber nicht erkannt werden. (Nun, natürlich kann Sie erkannt werden, dann ist es allerdings zu spät.)